Nachhaltigkeit im Badezimmer

Gibt es wirklich Menschen, die beim Zähne putzen das Wasser laufen lassen? Kaum vorzustellen so eine Ressourcenverschwendung. 

Nachhaltigkeit im Badezimmer ist bei uns ein Thema seit wir angefangen haben drastisch Plastik zu reduzieren. Wie das alles angefangen hat, können wir gar nicht mehr so genau sagen. Es war vielleicht eine der zahlreichen Dokumentationen, das Stöbern auf Nachhaltigkeitsblogs im Netz oder ein Zeitungsartikel. Auf jeden Fall denken wir seit einiger Zeit um und möchten euch mitnehmen, aufklären und zeigen, dass es sich lohnt nachhaltig zu leben.

Wir haben in den letzten Jahren ziemlich viel ausgetauscht oder einfach weggelassen. Heute möchten wir euch ein paar Alternativen aufzeigen, die wir in der letzten Zeit ausgetestet haben. 

Welches Toilettenpapier verwendet ihr? Wir haben zwar immer recyceltes Papier genutzt, uns hat nur die Plastikverpackung dabei immer sehr gestört. Also haben wir vor über einem Jahr eine Großpackung Bambustoilettenpapier bestellt. Das bedeutet zwei Jahre kein Toilettenpapier kaufen, zwei Jahre keine Plastikverpackungen. Nur ein großer Pappkarton, in dem die Rollen lose liegen. 

Schaut euch mal in eurem Badezimmer um, wie viel Plastik seht ihr?

Wir haben unsere Zahnbürsten, den Zahnputzbecher, die Klobürste und sämtliche Pflegemittel ausgetauscht. Die Seife liegt in einer Seifenschale aus Keramik auf dem Waschbecken und in der Dusche. Shampoo und Duschgel verwenden wir nicht mehr. Für die Haare gibt es tolle Seifen, man kann aber auch Roggenmehl oder einfach nur Wasser nutzen. Bei kurzem Haar ist reicht Wasser vollkommen aus und auch ich mit meinen langen Haaren wasche gerade nur mit Wasser und mit Apfelessigrinse. Funktioniert tadellos, sobald sich das Haar daran gewöhnt hat. Das dauert aber ein paar Wochen. 

Die Zahnbürsten sind aus Holz und stehen im Keramikbecher. Die Klobürste ist ebenfalls aus Holz und steht in einem Glasgefäß, viel hübscher als die hässlichen Plastikdinger. 

Dinge auf die wir ganz verzichten: sämtliches Haarstylingsmittel (Haarspray, Haargel oder -festiger) und Abschminkpads. Schminke habe ich auf Mascara, Tönungscrème und Rouge reduziert. Statt Parfüm gibt es bei mir einen Flakon gefüllt mit Wasser und ein paar Tropfen Lavendelöl, das wird bei uns auch als Raumerfrischer und im Garten als Mückenabwehr genutzt.

Kosmetik selbst herstellen

Pflegemittel stellen wir mittlerweile fast ausschließlich selbst her und lagern sie in Einmachgläsern, alten Flakons, etc. 

Die Rezepte für Mundwasser und Abschminköl haben wir euch schon vorgestellt. Unsere Crèmes und Öle stellen wir immer ganz individuell zusammen, am liebsten verwenden wir:

Gesichtsöl: Mandel, Avocado, Aloe Vera, Jojoba gemischt mit etwas Sanddorn, Johanniskraut, Lavendel oder Wildrose

Creme für Gesicht und Körper: Sheabutter oder Kokosöl gemischt mit etwas Öl ( Aprikosenkern, Aloe Vera, Mandel, ) und ätherisches Öl (wir sehr gern Lavendel)

Handcrème und Lippenbalsam: Sheabutter oder Kokosöl gemischt mit Bienenwachs und ätherischem Öl

Bei Zahnpasta und Deo greifen wir noch auf die ökologischen Varianten aus der Drogerie zurück, wollen aber auch da verpackungsfreiere Alternativen testen. So eine Umstellung hin zum nachhaltigen Konsum, Leben und Streben ist ein langer Prozess, der nie ganz abgeschlossen ist. Das Schöne daran ist, man trifft immer wieder auf neue Herausforderungen.

Falls wir euch neugierig gemacht haben, findet ihr nachfolgend ein paar Links. Probiert ein wenig und verwerft nicht gleich alles, wenn es anfangs nicht gleich perfekt ist. Haut und Haare müssen sich an eine Umstellung auch erst gewöhnen.

Verschiedene Produkte für ein plastikfreies Badezimmer und die Körperpflege findet ihr u.a. bei Monomeer / Grüne Bude / Original Unverpackt / Savion / Stübener Kräutergarten. Feste Seife findet ihr im Drogeriemarkt und natürlich gibt es im Biomarkt feste Seifen und meistens auch ein Sortiment an Ölen sowie Kokosöl. Der Besuch eines Unverpackt-Ladens lohnt sich ebenfalls, dort gibt es eigentlich alles, was das Unverpackt-Herz begehrt. Ob es einen Unverpackt-Laden in eurer Nähe gibt, seht ihr hier

Unsere Lieblingsseiten für selbst gemachte Körperpflege und mehr sind Fräulein Grün / Wastelandrebel / Smarticular / Schwatz Katz.

Eine ausführliche Lieblings-Link-Liste gibt es bei Franzi, die sie im Zuge des #verpackungsfreierjanuar zusammengestellt hat. Schaut vorbei und wenn ihr Lust habt: aus dem #verpackungsfreierjanuar wird #verpackungsfreies2018. Das ganze Jahr auf den Konsum achten, möglichst verpackungsfrei, Alternativen testen, sich informieren, nachbohren, Gewohnheiten ablegen, Neues lernen.

Unser Bestand im Badezimmerschrank hat sich sehr stark reduziert und das ist sehr zufriedenstellend. Die selbst gemachten Crèmes halten sehr lang und man hat ganz schnell eine neue angerührt. Man muss sich in der Drogerie nicht zwischen dutzenden Möglichkeiten mit fragwürdigen Inhaltsstoffen entscheiden und spart viele Plastikverpackungen. Das gibt einem nicht nur ein wahnsinnig gutes Gefühl, sondern ist vor allem gut für die Umwelt und unsere Körper. Probiert es aus!

 

Die im Text genannten Onlineshops sind persönliche Empfehlungen, die wir ganz ohne Werbezwecke hier angeben.
Nachhaltiges Badezimmer

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Kommentare

  • Julia

    27.01.2018

    Wow, Hut ab, ich habs gerade erst geschafft, Wattepads durch waschbare Baumwollpads zu ersetzen. Das spart zwar Plastik, braucht halt aber anderweitige Ressourcen, Baumwolle wächst halt einfach nicht im Allgäu...

    • Ye Olde Kitchen

      28.01.2018

      Wir haben auch noch sehr viel Luft nach oben...das geht bei uns immer in Schüben und wir sind wirklich schon eine ganze Weile am Thema dran. Am besten immer einen Schritt nach dem anderen!

  • Franzi

    24.01.2018

    Hihi, wie lustig, dass wir einfach mal zeitgleich übers gleiche Thema schreiben und WIE SCHÖN ist denn das auch bitte? :-)

    Hach. Teamarbeit sag ich da nur! <3

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