Kleine Kürbiskunde

Der Herbst ist da und mit ihm die Kürbiszeit. Überall auf den Märkten türmen sich die unterschiedlichsten Sorten, an jeder Ecke dampfen Töpfe voller Kürbissuppe und Rezepte für Kürbisgerichte gibt es jetzt in jeder Zeitschrift. Das ist herrlich, denn wir mögen Kürbis in jeder Variante. Ob gebraten, püriert, sauer eingelegt, im Kuchen oder als Schnitzerei

Ich glaube, es war im letzten Jahr, als wir uns an Hokkaido-Pflanzen auf dem Balkon versucht haben und kläglich gescheitert sind. Anfangs wuchsen die Keimlinge sehr gut und es entwickelten sich auch ein paar Blüten. Doch dann fielen die Pflanzen von einem Tag auf den anderen einfach zusammen und das war es mit den eigenen Balkon-Kürbissen. Im Garten dagegen können wir dieses Jahr schon stattliche Muskatkürbis-Exemplare vorzeigen und im nächsten Jahr hoffen wir auch auf Hokkaido-Kürbisse.

Der Hokkaido ist natürlich der Allrounder, denn er muss nicht geschält werden. Beim Kochen oder Braten wird die dünne Schale weich und man kann sie ohne weiteres essen. Es gibt den Hokkaido in orange, rot und grün. Das Fleisch ist gelb-orange, hat kaum Fasern und schmeckt nussig, erinnert an Maronen. Hokkaido-Kürbisse lassen sich bis ins Frühjahr gut lagern. Wir verwenden den Hokkaido für Suppen, Püree oder als Ofengemüse mit Linsen. Man kann aber auch ein leckeres Pesto aus ihm zaubern.

Unser absoluter Liebling unter den Kürbissen, weil super aromatisch, ist der Sweet Dumpling. Der crèmefarbene Kürbis mit dunkelgrünen Streifen hat genau die richtige Größe um ihn zu füllen und im Ofen zu backen. Er schmeckt süß, die Schale ist essbar und er hat kaum Fasern. Wir haben zwei selbstgezogene Pflänzchen vom Balkon Mitte Juli in unseren Garten gepflanzt und dürfen drei schöne Exemplare ernten. Für den späten Pflanzzeitpunkt ist das schon ganz ordentlich. 

Der Patisson, auch UFO-Kürbis wegen der Form genannt, schmeckt uns am besten sauer eingelegt. Dazu erntet man die ganz jungen, kleinen Kürbisse, die dann in Geschmack und Aussehen an Artischockenböden erinnern. Die älteren Kürbisse lassen sich gut füllen, bringen aber weniger Eigengeschmack mit. Der Patisson ist ein Sommerkürbis und daher nur bedingt lagerbar. Am besten man verarbeitet ihn gleich nach der Ernte oder dem Kauf.

Der Muskatkürbis bringt uns im Garten jedes Mal aufs Neue zum Staunen. Nachdem er alle Beete überwucherte, haben wir ihn am Gartenzaun hinaufgeleitet und dort hat er drei riesige Früchte gebildet. Den ersten haben wir schon geerntet, er wiegt 6,3kg. Und das war noch der Kleinste. Wie der Name schon erahnen lässt, schmeckt der Muskatkürbis würzig und intensiv. Theoretisch kann man die Schale essen, wir schälen ihn jedoch immer. Wir kauften den Kürbis in Scheiben, weil man so nicht gleich eine große Menge verbrauchen muss. Mit unseren Gartenkürbissen müssen wir uns da jetzt allerdings etwas überlegen. Wahrscheinlich landet ein großer Teil als Püree im Gefrierschrank, denn dann lässt sich schnell mal ein Kürbiskuchen mit Cheescake Füllung zaubern.

Zu guter Letzt darf natürlich der Butternut Kürbis in unserer Reihe nicht fehlen. Einen haben wir sogar im Garten und der wird auch immer als erstes beäugt, wenn wir in den Garten kommen. Wir werden ihn mit Hochgenuss verspeisen, das ist jetzt schon klar. Der Kürbis schmeckt nussig und buttrig. Das Fruchtfleisch wird beim Kochen oder Backen wunderbar zart. Der Butternut schmeckt uns am besten in Kombination mit Pasta. Den klein geschnittenen Kürbis mit etwas Olivenöl oder Butter anbraten, einen Teil pürieren, würzen und unter frische Pasta heben. Den restlichen Kürbis und etwas würzigen Käse darüber - fertig. Oder ihr versucht diese Kürbis-Spinat-Rotolos.

Für alle Lagerkürbisse gilt: Die Kürbisse sollten gut abgereift sein, d.h. der Stiel ist hart und verholzt und am Stielansatz bildet sich eine feine Netzstruktur. Spätestens vor dem ersten Frost müssen die Kürbisse geerntet werden. Den Stiel dabei nie vom Kürbis entfernen, denn dann ist er nicht mehr lagerfähig. Bei großen Kürbissen kann man auch den Klopftest machen, ist er innen hohl, kann er geerntet werden. Gewaschen und gut abgetrocknet wird der Kürbis am besten auf einer umgedrehten Holzkiste oder ähnlichem bei 15-20 Grad gelagert, damit er von überall belüftet wird und nicht schimmelt. Hat der Kürbis Druckstellen, sollte er möglichst schnell verarbeitet werden.

Aus Riesenkürbissen wie dem Gelben Zentner schnitze ich ausschließlich Kürbisfratzen. Vor langer Zeit habe ich im Französisch-Austauschprogramm eine wässrige Kürbissuppe vorgesetzt bekommen und bin seitdem für diese Kürbisse nicht zu haben. Auch dem Spaghettikürbis können wir wenig abgewinnen, weil er uns geschmacklich nicht zufrieden stellt. Wir probieren uns aber immer wieder gern durch neu entdeckte Sorten und sind schon gespannt, was uns diese Saison über den Weg läuft.

Was sind eure Lieblingskürbisse? Und was bereitet ihr damit zu? Schreibt oder verlinkt uns gern eure Rezepte in den Kommentaren.

 

 

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Kommentare

  • Eva von evchenkocht

    04.10.2017

    Gravatar for Eva von evchenkocht

    Hallo ihr Zwei,
    cooler Beitrag! Früher hätte ich ganz klar Hokkaido gesagt, aber mittlerweile mag ich den Muskatkürbis und auch den Butternut viel lieber. Vom Sweet Dumpling habe ich noch nie etwas gehört, aber es klingt vielversprechend! Ich mag total gerne Kürbis-Spätzle - die sind nämlich auch noch schön orange :-) so wie hier: http://evchenkocht.de/slow-cooked-gulasch-aus-der-rinderwade-mit-kuerbis-knoepfle-und-wirsing/
    Liebe Grüße,
    Eva

    • Ye Olde Kitchen

      05.10.2017

      Gravatar for Ye Olde Kitchen

      Vielen Dank liebe Eva für das schöne Rezept. Kürbisspätzle haben wir tatsächlich noch nicht gekocht und wir denken da gerade an eine orangene Käsespätzle-Version. Den Sweet Dumping solltest du unbedingt mal kosten. Am besten in Scheiben geschnitten und im Ofen geröstet, schmeckt herrlich.
      Viele Grüße aus Ye Olde Kitchen
      Eva und Philipp

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