Unser Naturgarten

Wie lege ich einen Naturgarten an? Besser gesagt einen naturnahen Garten, da er ja von Menschenhand erschaffen wird und nicht natürlich wächst.

Als wir unseren Garten kauften, wussten wir schon ganz genau wohin die Reise gehen sollte. Wir möchten einen Garten, der so naturnah wie möglich ist. In dem sich viele Tiere ansiedeln, genug Nahrung finden und sich wohl fühlen. Wir möchten uns eine Oase schaffen, die wir gern mit den Tieren teilen, die sich erst mit den Tieren wirklich komplett anfühlt. Natürlich soll der Garten uns aber auch versorgen. Mit Gemüse, Früchten, und Kräutern, Blumen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Der Garten soll eine große Einheit bilden und ganzjährig bewirtschaftet werden. Dabei soll sich das Bewirtschaften in Grenzen halten, mehr Wildwuchs und kein tägliches Gießen. 

Die letzten Monate haben wir den Garten und die Landschaft darum herum beobachtet und schon einiges ausprobiert. Das Beobachten scheint mir die oberste Regel für jeden Garten zu sein. Anfangs sahen unsere Pläne noch anders aus, im letzten halben Jahr hat sich dann einiges ganz verändert, Räume haben sich verschoben und manches wurde ganz gestrichen. Man sollte sich Zeit nehmen für die Gartengestaltung und sich den Freiraum lassen auch einmal Idee wieder über Bord zu werfen.

 

Aber was ist nun wichtig für einen naturnahen Garten? 

Vielfältige Pflanzenauswahl

Je bunter desto besser. Man verwendet am besten hauptsächlich heimische Pflanzen. Eine gute Mischung aus Gehölzen, Stauden, ein- und mehrjährigen Blumen mit möglichst angefüllten Blüten ist ideal. Auch zu beachten ist dabei die Blütezeit der Pflanzen. Es ist wichtig, dass es möglichst das ganze Jahr über ein reichliches Angebot für Insekten und Vögel gibt.

In unserem Garten haben wir bereits im September angefangen eine Vogelhecke anzulegen. Das heißt es ist eher ein Beet als eine Hecke, also ziemlich breit. Dort haben wir u.a. folgende Gehölze gepflanzt: Felsenbirne (Blüte: April/Mai), Kornelkirsche (Blüte: März/April), Schlehe (Blüte: März/April), Weißdorn (Blüte: Mai/Juni), Zierquitte (Blüte: März-Mai), Herbsthimbeeren (Blüte: ab Juli) und eine Ramblerrose (Blüte: Juni-September). Dazwischen haben wir verschiedene Blumenzwiebeln gesteckt, die schon im zeitigen Frühjahr das Nahrungsangebot ergänzen werden. Das Vogelheckenbeet wird im Frühjahr noch um Stauden, die die frühen Blüher ablösen. In diesem Beet sollte also fast das ganze Jahr über Nahrung zu finden sein, erst reichlich Nektar und später dazu noch viele Beeren und Früchte. Wenn die Gehölze in ein paar Jahren gut angewachsen sind und alles relativ dicht geschlossen ist, finden Vögel dort auch Nistmöglichkeiten und Verstecke.

Vogelhecke anlegen

Das Vogelheckenbeet ist exemplarisch für den ganzen Garten. Wir achten auf eine gute Mischung, dass immer etwas blüht und dass es möglichst viele essbare Pflanzen sind, die wir uns mit den Tieren teilen können. Jetzt gerade blühen bei uns noch Senf, Efeu, Ackerbohnen, Klee und Ringelblumen, die Bienen magisch anziehen.

 

Räume für Kleintiere und Insekten

Tiere brauchen Räume um sich zurückzuziehen, um den Nachwuchs aufzuziehen und zu überwintern. Wichtig sind dafür ungestörte Plätze im Garten. Man kann beispielsweise einfach Laub und Totholz zu einem Haufen stapeln oder eine Trockenmauer bauen. Hier tummeln sich Insekten und auch Eidechsen nutzen Trockenmauern gern. Hecken bieten Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten. Wer die Möglichkeit hat, sollte auch einen kleinen Teich anlegen. Am besten man gliedert den Garten in Räume und lässt an manchen Stellen einfach absoluten Wildwuchs zu.

In unserem Garten befand sich schon ein bewachsener Steinhaufen, in dem ein Eidechsenpärchen wohnt. Diesen Haufen werden wir Stück für Stück erweitern. Außerdem haben wir begonnen am Fuß des Haufens eine Sandfläche zur Eiablage anzulegen. 

Steinhaufen fuer Eidechsen

Einen Totholzhaufen wollen wir auch realisieren, der perfekte Platz dafür ist aber noch nicht auserkoren. Vielleicht direkt am Kirschbaum in der Blumenwiese? Auch einen Teich hätten wir gern, denn es hat viele Libellen in der Umgebung und einen Frosch haben wir auch schon im Garten gesehen. Allerdings haben wir kaum noch Platz für einen Teich und müssen uns darüber noch informieren. Weiß jemand etwas mehr über Teiche? Wie groß muss denn ein Teich sein? Auch Wassertränken sind ein Thema, dass wir in der Winterzeit planen müssen. 

 

Blumenwiese

Einfach eine Blumenwiese anlegen statt jede Woche Rasen zu mähen. Hier finden allerlei Insekten Nektar und Vögel und Kleintiere Sämereien. Es gibt verschiedene Samenmischungen für Blumenwiesen, dabei verwendet man am besten heimischen Wildblumenwiesen-Mischungen und wartet geduldig, denn viele Sorten entfalten ihre Pracht erst im zweiten Jahr.

Uns war gleich klar, dass der Rasen im Garten weitestgehend verschwinden soll und wir den Platz besser nutzen können. Der Platz unter dem Kirschbaum sollte eigentlich ein Staudenbeet werden. Dieses Jahr haben wir dort erst einmal Gründüngung gesät und waren von der wilden Wiese so begeistert, dass hier nun eine Wildblumenwiese entstehen soll. Wir hoffen auf viele geflügelte Insekten im nächsten Jahr und vor allem auch auf Schmetterlinge.

Gruenduengung 

Nisthilfen 

In einem bewusst nicht aufgeräumten Garten sollte es eigentlich schon einige Nistmöglichkeiten für Vögel sowie Räume zur Aufzucht von Nachwuchs für Kleintiere und Insekten geben. Man kann natürlich trotzdem noch nachhelfen. Brutkästen für Vögel in Bäume hängen, ein Insektenhotel bauen oder am besten viele kleinere Möglichkeiten schaffen, den Ohrenzwickern umgedrehte Tontöpfe mit Stroh füllen und auf Stäbe stecken. 

 

Rein biologisch Gärtnern

Im Naturgarten auf Chemie zu verzichten, versteht sich von selbst. 

Auf unserem Balkon haben wir schon rein biologisch gegärtnert, uns am Mulchen versucht und mit Kaffee und Tee gedüngt. Im Garten werden wir verstärkt auf das Düngen mit z.B. Brennesseljauche setzen. Dazu wird es im Lauf des nächsten Jahres auf jeden Fall einen ausführlichen Bericht geben. 

 

Blumenwiese anlegen

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